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Chronik1974-1998

Das Leben geht weiter – so auch bei der FFW Miltach
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Es folgen die Jahre 1974 – 1998

Man schreibt das Jahr 1974 oder auch das 1. nach dem großen Fest. Das Feuerwehrleben hat sich wieder normalisiert und auch die alltäglichen Pflichten der Kameraden kehrten zurück.

Im Jahre 1976 wurde die Wehr mit einem Funkgerät für das LF8, den OPEL Blitz, ausgestattet. Im darauffolgenden Jahr musste vor Inbetriebnahme der neu angeschafften Rettungsschere und Spreizer erst ein selbstgebauter Geräteschlitten entworfen und angefertigt werden. Dieser Schlitten trug Schere, Spreizer, Stromerzeuger und Hydraulikpumpe und wurde anstelle der TS8 im Fahrzeug verstaut. Folglich musste bei einem Brandeinsatz erst der Rettungssatz gegen die TS8 getauscht werden. Im selben Jahr wurde außerdem vom Verein beschlossen, dass nicht mehr mit den roten Helmen, sondern mit den Uniformmützen an Beerdigungen teilgenommen wird. Ebenso kam es 1977 in Miltach zu einer Hochwasserkatastrophe – schlimmer als 1954.

Die Jahre 1978 und 1979 waren wieder ruhiger. Es fand ein Patenbitten der FFW Eismannsberg zu ihrem 75-jährigen Gründungsfest statt. Ebenfalls wurde im April 1978 das Totenbrett vor der Kirche eingeweiht. 1979 konnte die 1. Löschgruppe mit dem Leistungsabzeichen Gold / Rot im KBI – Bereich verzeichnet werden. Ebenso hatte die Miltacher Feuerwehr die gern übernommene Aufgabe, das Gründungsfest der FFW Eismannsberg als Patenverein zu begleiten.

Im Jahre 1980 folgte eine übergreifende Anschaffung, der Ankauf eines Festzeltes aller Vereine innerhalb der Gemeinde Miltach als Ersatz für die Gartenfeste. Dieses Zelt stellte sich im darauffolgenden Jahr bereits als zu klein heraus, so dass eine Holzerweiterung an zwei Seiten und ein fest installierter Bewirtungsteil erforderlich wurden. Diese Arbeiten wurden in Eigenregie der Vereine mit Bereitstellung des Materials seitens der Gemeinde Miltach durchgeführt. Auch wird 1981, von der Feuerwehr vorfinanziert, schwerer Atemschutz angekauft.

Am 27.11.82 wird das gebrauchte, aus Wackersdorf stammende TLF 16 mit dem Baujahr 1968 in den Miltacher Feuerwehrdienst gestellt. Da dieses Fahrzeug ohne Funk ausgestattet war, wurde das Funkgerät vom LF 8 ins TLF 16 umgebaut. Wegen des Feuerwehrgerätehausneubaus (das 3.) musste unser LF 8 von Mitte 1982 bis zur Fertigstellung der Fahrzeughalle im Mai 1983 bei Ludwig Wieser in dessen Garage untergestellt werden. Im selben Jahr bekam Miltach auch ein neues Gemeindewappen. Im folgenden Jahr stand „nur” die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses samt des unter völliger Eigenregie der FFW ausgebauten und heute von Schulungen und Versammlungen wohlbekannten Unterrichtsraumes sowie der Mehrzweckhalle am 28. Mai 1983 ins Haus.

Es folgte das ereignisreiche Jahr 1984. Die Feuerwehr Miltach begeht ihr 111-jähriges Gründungsfest im Zuge mit der Veranstaltung eines Drescherfestes. Im August stellt der Innenminister Hillermeier fest, dass Sonntagsübungen der Feuerwehren erlaubt sind. Im selben Jahr wird Miltach zur Stützpunktfeuerwehr erhoben und im Zuge des Katastrophenschutzes ein Schlauchboot durch den Landrat Girmindl übergeben. Es wird ebenfalls ein Funkgerät für das LF 8 angeschafft und in der Polizeiinspektion Kötzting ein Ruftonauslöser installiert (RUF – 1). 1985 wurde dann KBI Georg Radlinger zum Ehrenmitglied der FFW Miltach ernannt. Ebenfalls 1985 wurde für den Unterrichtsraum ein eigener Telefonanschluss installiert.

Im Jahr 1986 kann außer vom 2. Platz beim Jugendwettbewerb in Grafenwiesen und einem mittleren Platz im folgenden Kreisentscheid nur wenig berichtet werden. Die Ausrüstung unseres örtlichen Arztes, Dr. Helmbrecht, mit einem „Pipser” und seine Bereitschaft bei einer Alarmierung sofort als „Feuerwehrarzt” mit auszurücken, kann als ein absolutes Highlight der Miltacher Feuerwehrgeschichte vermerkt werden. Alle aktiven Feuerwehrleute unter uns wissen solch wertvolle Unterstützung bei allen Einsätzen sicher zu schätzen.

Das Jahr 1990 bringt der Miltacher Feuerwehr ein neues LF8 (Ziegler, Mercedes Benz 917). Im Zuge der Einweihung wurde auch der Jugendwettbewerb in Miltach durchgeführt, bei dem die eigene Gruppe den 2. Platz errang. 1991 wird vom Feuerwehrverein ein Kombigerät (Schere und Spreizer) angeschafft und voll bezahlt.

Ende 1995 wurde mit der Gründung des Festausschusses der Startschuss zur Organisation des 125-jährigen Gründungsfestes 1998 gegeben. Bereits in der Gründungsversammlung konnten die einzelnen Schlüsselpositionen fest besetzt werden ebenso wie die Einteilung der verschiedenen Unterausschüsse wie Bewirtung, Finanz, Presse und der Zeltplatz.

Schirmherr: Leo Welter
; Festmutter: Renate Beier
; Festbraut: Cornelia Zollner
; Festleiter: Hias Achatz
; Patenverein: FFW Eismannsberg


Im darauffolgenden Jahr 1996 wurde der Gemeinderatsbeschluss über die Ersatzbeschaffung eines neuen TLF 16 gefällt, nachdem das alte zum Auslieferungstermin bereits 30 Dienstjahre ohne größere Probleme meisterte. Im selben Jahr wurde ein benzingetriebener Hochdrucklüfter, von den örtlichen Firmen gesponsort, angeschafft. Der Verein lies die bereits über 120 Jahre alte und erste Fahne der FFW Miltach neu renovieren.

Das Vorjahr des Festes bescherte der Feuerwehr viel Organisationsarbeit für das nahende Fest und die damit zusammenfallende Neuanschaffung eines TLF 16. Es fanden Vorführungen folgender Firmen statt:


; Fa. Ziegler, Fa. Metz, Fa. Schlingmann (MB 1124 Allrad)
; Fa. Magirus (Iveco Magirus “Euro Fire”)


Nach 20-jähriger Dienstzeit musste auch ein neuer Rettungssatz (Schere und Spreizer) wegen nicht mehr erfüllten TüV – Anforderungen beschafft werden. Bei der Wahl des Fahrzeugherstellers fiel die Wahl nach langen und ausführlichen Beratungen auf die Fa. Ziegler. Nachdem bei einem Einsatz die schon recht betagte TS 8 endgültig ihren Dienst quittierte, musste für diese ebenfalls für Ersatz gesorgt werden. Nach Vergleich der verschiedensten Fabrikate mehrerer Hersteller fiel hier erneut die Wahl auf eine TS8 „Ultra Power” der Fa. Ziegler. Der vereinbarte Liefertermin für Ende Mai wurde weit unterschritten, so dass bereits Mitte Februar beide, das neue TLF 16 sowie die TS 8, von der Miltacher Feuerwehr in Empfang genommen und in Dienst gestellt werden konnten.

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Chronik-1973


; Vereinsgründung am 02.11.1873

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(laut Urkunde des bayerischen Landes–Feuerwehr-Verbandes)


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Zuerst zur allgemeinen Lage um 1873
Das Deutsche Reich sonnte sich noch im Glanze seines vor zwei Jahren über Frankreich errungenen Sieges (1870 – 1871), die Begeisterung für das Militär war verständlicherweise riesengroß und die Uniform genoss überall höchstes Ansehen.
Kriegsgeld aus Frankreich strömte ins Land und blähte die einheimische Wirtschaft wie einen Luftballon auf, die Spekulation blühte und führte bereits 1873 zu den ersten wirtschaftlichen Großkonkursen. Insgesamt stand die Inflation drohend vor der Haustür (auch schon damals !!!). Weiter wurde die Spannung zusätzlich angeheizt durch die Maßnahmen des damaligen Reichskanzlers, Graf Otto von Bismarck, der im sogenannten Kulturkampf gegen den Einfluss der Kirchen vorgehen wollte (Maigesetze). Im gleichen Jahr traten die Kaiser Österreichs, Ungarns, Russlands und des Deutschen Reiches (Kaiser Wilhelm I.) zur Verabschiedung zusammen, ein Vertrag, der die Grundlage für den späteren Beistandspakt zwischen Österreich und dem Deutschen Reich wurde.


Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Miltach 1873
In diese spannungsgeladene Zeit hinein fiel die Gründung der FFW Miltach. Die Gründungsurkunde weist als Gründungstag, den 2. November aus und schloss die beiden Gemeinden Miltach und Oberndorf zu einem einzigen Verein, der FFW Miltach – Oberndorf, zusammen.
Der Distriktsgemeindefonds bewilligte lediglich 300 Gulden, so dass auch private Gelder aufgenommen werden mussten, unter anderem von Josef Hosbach, um Feuerspritze, Schläuche, Helme, Leitern, Seile, ein Signalhorn, zwei Zweitonhupen und selbstverständlich eine Fahne, die erste im Verlaufe der hundert Jahre, anschaffen zu können.
Seit 1874 endlich verfügte man über eine genaue Kassenführung durch Anlage eines Kassenbuches, dessen erster Eintrag folgendermaßen lautet:

8. September 1874 für 2 Briefe 6 Kreuzer

Die Gemeinde Miltach stellte dann 1875 der FFW einen Betrag von 654 Gulden zur Verfügung, womit endlich die letzte Rate von 300 Gulden für die Spritze an den Spritzenfabrikanten Kirchmeier und das längst fällige Privatdarlehen beglichen werden konnten. Kaum atmete man finanziell freier, ging es sofort an den Bau eines Spritzenhauses. Im Zeichen der Währungsumstellung von Gulden und Kreuzern auf Mark und Pfennige im Jahre 1876 wurden die schaffensfrohen Feuerwehrleute zur ersten Fahnenweihe nach Arnbruck gerufen. Modern, wie es sich gehörte, fuhr man mit Pferdegespann und geschmückten Leiterwagen vor (Ohne Damen !!!).
Im Jahr 1878 verstarb der erste Feuerwehrkamerad an Typhus. Andreas Röhrl war bis dahin das jüngste Mitglied der Miltacher Feuerwehr.
Eine große Ehre war es für die Feuerwehr als aus ihren Reihen 1879 und 1880 jeweils der Bader Martin Kern in den Feuerwehrbezirksausschuss gewählt wurde. Während dieser Zeit ging man auch daran, die Statuten festzulegen – im Mai 1883 war es dann soweit.
Auch Ehrungen kamen nicht zu kurz. Michael Peintinger erhielt 1890 und Josef Stoiber 1899 die Ehrenmitgliedschaft der Freiwilligen Feuerwehr Miltach – Oberndorf, verbunden mit einer erkläglichen Spende der Geehrten. Zwischendrin, am 19.April 1893, empfingen die Aktiven Expositus Jakob Ferstl, welcher der erste ortsansässige Geistliche in Miltach werden sollte.
Bald begann man selber ein Fest auszurichten, die Fahnenweihe. Man schrieb das Jahr 1899 – Maria Breu (Rakelschusterin) fungierte als Fahnenmutter, die FFW Moosbach stellte den Patenverein.
Als die Festlichkeiten vorüber waren, drei Jahre später, kam es dann zur Teilung der bislang vereinten Wehr. Oberndorf gründete eine eigene Feuerwehr – und die Miltacher blieben unter sich, so geschehen 1912, am Vorabend des 1. Weltkrieges.


Die beiden Weltkriege
Von den 45 Aktiven zu Beginn des 1. Weltkrieges mussten 29 die graugrüne Uniform des deutschen Heeres anziehen, einer kehrte vom Feld nicht mehr zurück.
Dann kam die Inflation, die Preise und Kosten purzelten von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. So betrug der Reinerlös einer Christbaumversteigerung im Jahre 1922 ganze 52.270 Mark, woraufhin der Verein am „reichsten” in seinen ersten 100 Jahren Vereinsgeschichte war.
Aber dementsprechend hoch waren auch die Ausgaben. Für Musik an Fronleichnam mussten 15.000, für eine Beerdigung 7.000 Mark auf den Tisch geblättert werden, ein neues Mitglied hatte runde 2.000 Mark Aufnahmegebühr zu berappen. Kein Wunder, dass wegen dieser finanziellen Unsicherheiten das 50-jährige Gründungsfest um 2 Jahre auf den 2. Juni 1925 verschoben werden musste. 1934, neun Jahre später, feierte man dann das 60-jährige Vereinsjubiläum.
Ein Jahr später 1935 ging das alte Löschhaus beim Anwesen Leo Welter bei einem Großbrand in den Flammen mit auf und wurde 2 Jahre später in der Bahnhofstraße neu errichtet. 1943 kam schließlich auch das Ende der alten Handspritze. An ihrer Stelle erwarb der Verein seine erste Motorspritze. Der 2. Weltkrieg brachte es mit sich, dass fast alle jungen Aktiven eingezogen waren, 15 davon kehrten nicht mehr lebend aus dem Krieg nach Hause zurück.


Ab 1945 – nach dem Krieg
Der Krieg war aus, die Amerikaner marschierten in Miltach ein. Weil im Hitler – Deutschland die Feuerwehren zu Polizeiaufgaben herangezogen wurden, sahen die Besatzer die Feuerwehren nicht gerne und zerstörten in Miltach sogar die Motorspritze. Auch die alte Fahne sollte vernichtet werden. Doch eine Miltacher Bürgerin, Frau Franziska Christl, eine Tochter des ehemaligen Kommandanten Kiefl, bewahrte sie in mutigem Einsatz davor. Sie versteckte die Fahne auf dem Sofa hinter den Kissen, ohne dass selbst die engsten Familienangehörigen davon wussten.
Schwer wurde der Neuanfang. Verständlich, dass kein Miltacher mehr so schnell in eine Uniform, selbst die der Feuerwehr schlüpfen wollte. Dennoch, Brände gibt es immer wieder. Man schrieb den Juni 1945. Es trafen sich im Gasthaus Ludwig Brunner einige beherzte Miltacher Männer und gründeten bzw. formten die Feuerwehr neu.


Vorstand: Karl Alt
; Kommandant: Heinrich Christl
; Kassier: Josef Nazet
; Gerätewart: Wolfgang Breu


Langsam kam Kraft in den Verein. So wurde 1953 die alte Fahne renoviert und im gleichen Jahr eine Alarmsirene bei Heinrich Mühlbauer installiert.
Im Jahr 1954 traf Miltach eine folgenschwere überschwemmung. Der Dorfplatz konnte nur mit einem Boot überquert werden, eingeschlossene Personen mussten befreit sowie Haustiere und Vermögenswerte gerettet werden. 1958 kam es zur Anschaffung einer neuen Motorspritze TS8, zeitgleich entstand die erste Feuerwehr-Löschgruppe.
Am 8. Oktober 1968 erfolgte der technische Durchbruch. Das erste vollmotorisierte Löschfahrzeug seit Gründung der Feuerwehr rollt aus dem Ulmer Werk nach Miltach. Die Anschaffungskosten lagen damals bei 36.000 DM, wovon 6.000 DM von der Bevölkerung gespendet wurden. Die Einweihung erfolgte am 20. Oktober und jedermann hoffte, es möge nie zum Einsatz kommen, doch bereits in derselben Nacht heulten die Sirenen. Noch im Schmuck seiner Girlanden erhielt der ”OPEL Blitz” seine Feuertaufe beim Brand der Nemmerscheune. Nach 13 Dienstjahren wurde die Motorpumpe 1971 durch eine neue ersetzt.
Hier nähert sich der Termin des 100-jährigen Gründungsfestes vom 20. bis 23. Juli 1973. Aus diesem Grund fand am 25. November 1972 ein Patenbitten bei der FFW Oberndorf, welche einst mit der FFW Miltach verbunden war, statt. 1973 beim Fest wurde auch die neue Fahne, nach der Weihe, in den Dienst des Feuerwehrvereins genommen.
Hiermit möchte ich diese kleine Rückschau auf die ersten 100 Jahre im Bestehen der FFW Miltach beenden und zu den nächsten, zum Teil sehr bewegten, 25 Jahren der Vereinsgeschichte übergehen.

 

 

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